Sicheres Surfen

Index

1. Was bedeutet »sicheres Surfen« überhaupt?

Hier geht es nicht darum, wie Sie Ihren Computer Viren-frei halten. Das kann man mit folgenden Maßnahmen fördern:

  • »Bleiben Sie aktuell« - spielen sie regelmäßig und zeitnahe nach Erscheinen, neue Sicherheitsupdates ein. Dies gilt für das Betriebssystem des Rechners und die Programme, die Sie verwenden, insbesondere für Ihren Browser und Ihr E-Mail Programm.
  • Nutzen Sie ein gutes Anti-Virenprogramm, das regelmäßig, automatisch und häufig die Virendefinitionen aktualisiert.
  • Lassen Sie den Zugang zum Internet durch eine Firewall schützten.

Ihnen werden Maßnahmen zum Schutz ihrer Privatsphäre gezeigt. Diese führen auch dazu das Ihr Computer besser gegen bösartige Websites geschützt ist.

 

2. Warum müssen wir uns mit dem Thema auseinandersetzen?

2.1 Wer will meine Daten?

  • Webseiten Betreiber
  • Konzerne / Werbenetzwerke
  • Telefongesellschaften
  • Geheimdienste
  • Kriminelle

Als Betreiber einer Website möchte man natürlich, dass diese auch erfolgreich ist. Dazu kann es hilfreich sein, Daten über die Besucher zu erheben. Dies ist noch nicht besorgniserregend, weil einem klar ist, wer Daten erhebt (zumindest solange es ein gültiges Impressum gibt).

Konzerne / Werbenetzwerke erheben wesentlich mehr Daten, als es ein »normaler« Webseitenbetreiber tun kann. Hier werden Besucher protokolliert und Ihrem Computer zugeordnet (nicht notwendigerweise Ihrer Person). Viele dieser Konzerne verdienen Ihr Geld, weil Sie in der Lage sind, alle Webseiten, welche Sie besuchen zu analysieren und zu Ihrem Profil zu speichern. Mit diesen Daten und den richtigen Verknüpfungen lässt sich eine Menge Profit erzielen.

Leider gab es in der letzten Zeit auch eine Telefongesellschaft, welche den Internetverkehr Ihrer Kunden analysiert und diese Daten andere Unternehmen weiter verkaufte. Dies ist besonders ärgerlich, da es gegen die Überwachung und Auswertung des eigenen Dienstleisters keine Gegenmaßnahmen gibt. Das Beispiel kam aus den USA. Das entsprechende Geschäftsmodell sah vor, dass die Kunden für mehr Privatsphäre extra zahlen müssen.

Geheimdienste sind immer an allen erhältlichen Informationen interessiert. Allerdings ist das Ausmaß in der Geschichte beispiellos. Dank der Enthüllungen von Edward Snowden und Anderen konnte man belegen, dass die Verhältnismäßigkeit und Einhaltung der Verfassung nicht mehr gewährleistet ist.

Gegen unethische Geheimdienste kann man nur politisch etwas unternehmen. Bei einem Telefonanbieter kann man einen vertrauenswürdigeren Anbieter wählen. Gegen das Tracken von normalen Webseiten kann man leicht etwas machen und auch das Verfolgen von Werbenetzwerken kann man oft unterbinden.

Kriminelle sind wie Großkonzerne organisiert, nur das sie aus einem Verbund von »freien Mitarbeitern« bestehen. Jedes mehr von Informationen über Sie, versetzt die Kriminellen in die Lage, Ihnen glaubwürdigere Emails zu schicken. So steigt die Warscheinlichkeit, dass Sie auf einen virenverseuchten Anhang klicken. Es wird daher versucht per Algorithmus ihnen eine möglichst plausible Email zu schicken mit Anrede, Ihrer Adresse und falls möglich als Absender ein echter Kontakt von Ihnen.

 

2.2 Persönlichkeitsprofile sind die neue Währung im Internet

Generell wird versucht, alles über Sie zu erfahren und dies in verwendbarer Form zu speichern.

  • Welche Webseiten Sie besuchen
  • Welche Produkte Sie sich ansehen, oder sich darüber informieren
  • Ihre Käufe (oft nicht möglich oder schwierig außerhalb des Shops)
  • Ihr Einkommen
  • Ihre politischen Ansichten

Diese Daten werden zu Profilen gespeichert, wenn man diesen Unternehmen trauen darf, geschieht dies anonymisiert. Das Problem ist, das wir die Dauer dieser Speicherung und Profilbildung oft nicht ohne entsprechendes Wissen kontrollieren können. Diese Profildaten werden wertvoller, je länger diese Daten bestehen und je umfangreicher diese sind. Je geschickter diese Informationen miteinander in Beziehung gebracht werden, desto berechenbarer werden Sie. Dabei spielt es normalerweise keine Rolle, ob man weiß das Sie »Max Mustermann« sind, oder nicht. Es reicht, wenn andere mit ähnlichen Persönlichkeitsmerkmalen ein bestimmtes Produkt gekauft haben, oder nach dem Lesen eines bestimmten Artikels an eine Partei oder Organisation gespendet haben. Das Sammeln, Auswerten und Ausnutzen dieser Daten wird oft unter dem Begriff »Big Data« verstanden.

 

2.3 Wieso sehe ich in letzter Zeit immer Werbung für ... auf jeder Website?

Durch die Beobachtung, was für Seiten Sie besuchen, kann man Rückschlüsse darauf ziehen, ob Sie vor einer Kaufentscheidung stehen.

Beispiel: Die Tasten Ihres in die Jahre gekommener MP3 Player funktioniert nicht immer. Daher gucken Sie sich verschiedene Geräte im Internet an und lesen auch Bewertungen bei Amazon.

Nun loggen Sie sich auf Facebook ein und wundern sich, warum Ihnen dort genau das als Werbung vorgeschlagen wird. Viele finden das praktisch, aber ist das wirklich ein Dienst? Sie bekommen ja nicht eine Auswahl vorgeschlagen, so dass sie ein besseres Gerät finde, sondern es geht nur darum, dass sie »endlich mal« ihr Geld ausgeben.

Die Werbenetzwerke erkennen oft nicht, ob ein Kauf getätigt wurde. Dass können nur die Shops selber auswerten. Dies wird dann besonders evident, wenn man zwei Wochen nachdem man sich, endlich ein neues Handy zugelegt hat immer noch an allen Ecken und Enden des Internets über Vorzugsangebote für tolle neue Mobiltelefone »informiert« wird. Ich bin mir sicher, dass auch daran gearbeitet wird.

 

3. »Wie machen die das?« oder »Gibt es gute und schlechte Kekse?«

Cookies (engl. für Keks) - das sind Informationen, die von einer Webseite gesendet und auf Ihrem Rechner gespeichert werden.

Diese werden für drei Dinge gebraucht:

  • Session-Verwaltung - ob Sie bei einer Webseite angemeldet sind und welche Bereiche Ihnen zugänglich sind. In Foren dürfen oft nur angemeldete Besucher etwas zu den Beiträgen etwas schreiben. In einem Shop müssen Sie nach der Anmeldung auch nicht mehr die Grunddaten zu jedem Bestellvorgang eingeben.
  • Personalisierung - z. B. dass das oben genannte Forum mit dem dunklen Design und der größeren Schrift dargestellt wird.
  • Tracking - welche Seiten Sie sich ansehen und welchen Browser Sie nutzen

Diese Daten (Entscheidungen, Präferenzen, Login) werden in einem Cookie auf ihrem Rechner abgelegt. Damit der Webserver diese nutzen kann, wird der Cookie unaufgefordert vor jedem Seitenaufruf mit gesendet. So kann der Webserver dafür sorgen, dass der Besucher auch den richtigen Inhalt zu sehen bekommt. Das Ganze geht rasend schnell.

 

3.1 Leider gibt es auch »schlechte« Kekse

Diese Cookies können je nach Browser Einstellungen für jede Anfrage gesetzt werde, so auch für eingeblendete Werbebanner! Na schon geschnallt? Diese Banner-Server dürfen dann natürlich auch einen Cookie setzen, »das ist Max, er guckt sich gerade einen Blog über MP3 Player an ...« auf der nächsten anderen Seite, die sich Max anguckt, hat der gleiche Banner Server festgestellt »Mensch das ist doch der Max von der sich gerade, was über MP3 3 Player angesehen hat - dem zeigen wir nun mal einen Luxus MP3 Player, bei denen wir die Höchste Verkaufsprovision erhalten.«

Es gibt von diesen Tracking-Servern sehr viele und die tauschen sich teilweise auch untereinander aus, so das man als normaler Surfer die Kontrolle verliert wer was über einen Weiss. Warum können so viele Service durch Werbung finanziert werden? Weil sich das lohnt. Je berechenbarer Sie als Surfer werden, desto genauer kann man Ihre Kaufentscheidungen steuern. Das führt auch dazu dass man dann bei Ihnen Begehrlichkeiten wecken kann, die sie sonst nicht gehabt hätten. Im Zusammenhang mit BigData können so auch Wahlen beeinflusst werden. Wer mehr Datensätze und Testpersonen hat gewinnt die Wahl, da dann die Relevante Mehrheit das hört was sie hören will, um dann das Kreuz an der »richtigen« Stelle zu machen. Mittlerweile erwarten die Meisten ja gar nicht mehr das sich Politiker an die Wahlversprechen halten. ;-)

Kommen wir zu der zweiten Methode die mehr Speicher und Rechenleistung auf Seiten der Trackerbetreiber fordert. Jeder Browser sendet mit, um welchen Browsertyp und Version es sich handelt und oft auch, was er kann. Zusätzlich kann man mit Flash und JavaScript zusätzliche Eigenschaften ermitteln, so ein individuelles Kennzahlenprofil ergeben. Browser Internet Explorer Version XY, Bildschirmauflösung von 1024x768, unterstützt Javascript und sein Flashplayer Plugin hat die Version XZ

Je mehr Parameter erhoben werden können, desto leichter ist dieses System zu identifizieren und es gelten die gleichen Möglichkeiten, wir bei den Cookies, nur das man diese Systemdaten nicht so einfach, wie die Cookies löschen kann.

 

4. Tracking über »Fingerprinting« / Profiling

Die Grundlage ist, das sich jedes System etwas unterscheidet. Z.B. Betriebssystem und die Auflösung, die der Bildschirm Ihres Computers hat. Je mehr Daten, man über Ihr System erheben kann, desto eindeutiger wird Ihr digitaler Fingerabdruck.

Ist Flash installiert? Das sind alles Informationen, die Ihr Browser der Website zur Verfügung stellt. Das ist auch gut so, da man so als Betreiber einer Website diese besser für den Besucher programmieren kann. z.B das eine Mobiltelefon kleinere Bilder übermittelt werden, als einem Desktop PC. Nur lässt sich mit immer günstiger werden Speicher und immer günstiger werdenenden Prozessor-Performance auch Datencenter erhalten, die Menschen nur aufgrund Ihrer »digitalen Grundstrahlung« identifizieren können.

Durch die unten vorgestellten Plug-ins kann die Signatur verallgemeinert werden, d.h. der Fingerabdruck wird unschärfer. Allerdings erzielt nur der TOR-Browser (unten vorgestellt) akzeptable Werte gegen das Fingerprinting.

 

5. Wie können Sie sich schützen?

Werden Sie ein mündiger Surfer! Es gibt da keine einfachen Weg, Sie werden leider etwas lernen müssen, um ungefähr zu Wissen auf was es ankommt.

Ich empfehle die Verwendung eines Paswortmanagers z.B 1Password (https://agilebits.com/onepassword) das erleichtert einen das viele einloggen, das man nun vermehrt machen muss, da die Cookies nun am Ende jeder Sitzung gelöscht werden sollen.

 

5.1 Was für Einstellungen sollte ich denn vornehmen?

Nur die Website die oben im Browser steht darf Cookies setzen, Websites die »nur« Banner, Bilder oder Skripte liefern dürfen keine Cookies setzen (third party websites deny cookies)

Dann sollten die Cookies regelmäßig automatisch gelöscht werden. Am Besten bei jeden schließen des Browsers. Wer sein System wie ich fast 24/7 365 laufen hat (immer an) der muss dann öfters individuell den Browser beenden. Je nach System kann hier das einfache Schließen nicht ausreichen und man muss explizit im Dialog auf Browser > Datei > beenden klicken.

Nur die Original Website darf Cookies setzen

Verbiete sogenannte Third Party Cookies (von allen anderen als die Besuchte Website)

Lösche alle Cookies oft (z.B. bei jedem Browser Neustart)

Des Weiteren werden so generelle Maßnahmen erleichtert, die die eigene Sicherheit erhöhen, z.B starke Passwörter und Usernamen von über 25 Zeichen Länge, und eigene Passwörter für jede Website. Viele verwenden ein Passwort auf jeder Website, das ist dann so als wenn Sie darum flehen würden »raube mich aus und ziehe mir mal so richtig das Fell über die Ohren.«

Wenn Kriminellen eine Passwortkombination in die Hände gerät, wird automatisiert versucht, sich in alle lukrativen Portale einzuloggen (z.B. Paypal, Banken, Amazon, ebay, etc, etc.) Falls Sie überall die gleichen Passworte haben, wird für jedes Portal, Ihr persönlichen Kreditramen voll auszureizen.

In fast jedem Browser kann man das Verhalten der Cookies steuern, daher beschreibe ich die Vorgänge allgemein, auch wenn ich immer den Firefox Browser (https://www.mozilla.org/de/firefox/new/) empfehlen würde.

Am Ende stelle ich noch einige Browser Plug-ins vor, welche einem viele dieser Arbeiten abnehmen können.

Sucht dann einfach bei Tante Google (selber ein großer Datensammler) »Browser XY Cookie Einstellungen«

Meistens findet Ihr dann schon gute Leitfäden, die ich hier nicht einfach kopieren will.

 

5.2 Hilfreiche Browser Plugins

5.2.1 Automatisches Cookie Management: Self-Destructing-Cookies

Mit dem Plug-in kann man den Umgang von Cookie Dateien viel besser steuern, als mit den Standard Einstellungen des Browser. So kann man automatisch die Cookies einer Site löschen, sowie der entsprechende Tab geschlossen wird. Auch ist es möglich Ausnahmen hinzuzufügen, die immer bestehen bleiben sollen (z.B. sinnvoll bei Browsergames) oder aber auch Anbieter und Sites auf eine Blacklist setzen (diese werden dann nie gespeichert).

https://addons.mozilla.org/de/android/addon/self-destructing-cookies/

 

5.2.2 Better Privacy (löschen von Flash Longtime / Supercookies)

Flash-cookies (Local Shared Objects, LSO) sind informationen, die auf Deinen Computer mit der Hilfe des Flash Plug-ins gespeichert werden. Diese Super-Cookies werden nicht im Browser, sondern in den Systemverzeichnissen des Rechners gespeichert. Sie werden ähnlich wie die Standard Cookies verwendet, sind aber schwieriger zu löschen und ermöglichen ein Tracking über Domaingrenzen hinweg. Diese Super-Cookies können nicht vom Browser her gelöscht werden. Daher ist dieses Plug-in so hilfreich.

https://addons.mozilla.org/en-US/firefox/addon/betterprivacy/

 

5.2.3 Überall sichere Verbindungen nutzen: HTTPS-Everywhere

Die noralen Internet Verbindungen haben den Charackter einer Postkarte. Mit SSL muss man wenigstens die Verschlüsselung knacken, damit man sehen kann, was gesendet wird. Gerade in Internet Kaffees oder öffentlichen WLAN sollte man daher immer HTTPS (SSL) Verbindungen nutzen. Automatisch geschieht das mit dem Plug-In HTTPS_Everywhere. Falls keinen SSL Verbindung genutzt werden kann, wird eine »normale« Verbindung genutzt.

https://www.eff.org/https-everywhere

 

5.2.4 Werbeblocker

Es gibt ein sehr schönes Tool das sich Adblock Plus nennt. Das ist so erfolgreich, dass es eine Menge Klone gibt. Leider wird nicht jeder App Store gut gepflegt und so habe ich bei Google.Play gerade zu dieser App diverse Einträge gefunden, aber welches ist denn nun das Echte? Man will sich ja sicherlich keine Malware auf den Rechner holen.

https://adblockplus.org

Auch wenn es eine einige Kontroversen über die WhiteList (Seiten die Werbung ausliefern dürfen) gibt, ist es doch eine arge Erleichterung und killt die meisten nervigen Werbungen. Des Weiteren kann man einfach die Filterregeln für seinen Browser erweitern. So ein Filter entscheidet dann, ob Elemente geladen werden dürfen oder nicht. Wenn auf einer Seite eine Werbung sehe, die mich stört, klickt man mit der rechten Maustaste auf das Bild und kann aus dem Kontextmenü das Element verbieten. Dann bekomme ich eine Auswahl der HTML Elemente und mit welchem Server diese in Verbindung stehen. So kann ich dann z.B. Nur Dateien (Werbebanner) aus einem bestimmten Verzeichnisse verbieten oder auch den ganzen Server zur »Persona non grata« erklären.

 

5.2.4.1 Beispiel: Serverpfade für Filterregeln

http://werbeserver.de/* Mit dem Sternchen sagt man alle Dateien von dem Server sind verboten

http://tollesforum.de/Images/Banner/Pornodating.jpg verbietet nur das einzelne Bild

http://tollesforum.de/Images/Banner/* verbietet alle Bilder die im Banner Ordner liegen

Wenn man hier das Image Verzeichnis nehmen würde, sähe die Website dann wohl recht trist ohne jegliche Bilder aus. ;-)

Dadurch das die Werbung nicht geladen werden muss, bauen sich die Webseiten auch schneller auf! Gerade wenn einige Banner auf langsamen Adservern geschaltet sind, kann das die komplette Seite träge machen.

 

5.2.5 Skripte mit NoScript verbieten

Es geht aber noch weiter für Firefox gibt es eine weitere super Erweiterung: NoScript

Im Prinzip ist das ein Filter für Flash, Silverlight und Java (nein das ist kein Javaskript), sowie Javaskripte

https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/noscript/

Als erste Amtshandlung sollte man alle Skripte verbieten. Keine Angst das ist schon ok. Nun kann man bei Surfen von mal zu mal entscheiden, ob eine Seite Skripte verwenden darf oder nicht. Man hat dann die Wahl einer Seite die Rechte automatisch immer zu vergeben (Whitelist) oder die Rechte auch nur für diese eine Sitzung zu vergeben. Das ist cool, wenn man mal eine Seite anklickt, die man nicht kennt. Da sind dann interaktive Elemente, die verboten werden, die man, aber natürlich unbedingt sehen möchte, so gibt man nur für diesen Versuch die Skripte frei. Falls man die Seite öfter besucht kann man die ja immer noch »für immer« freigeben.

Wichtig ist, dass man hier, analog zu den oben beschriebenen Cookies, nur die Skripte erlaubt, die von der original Website kommen. Wenn man auf das NoScript Icon am Browserrand klickt, werden einem alle Server aufgelistet, von denen die Website Skripte laden möchte. Hier kann es teilweise Sinn machen auch mal eine externen Server zu erlauben. Es gibt z.B. Von der häufig verwendeten Javaskript Bibliothek Jquery gibt es zentrale Versionen, auf die jeder verlinken kann. Dies wird häufig aus Performancegründen gemacht. Hier braucht man einfach Hintergrundwissen, als Laie müssen sie sich nur merken, dass es auch gute läutere Gründe geben kann, externe Skripte zu laden, aber es sollte erstmal allen misstraut werden.

 

5.2.6 Flash zu HTML5: Flash Control

Viele Filme werden leider noch über das Flash Plugin angesehen, obwohl es seit HTML5 sehr gute Möglichkeiten gibt ohne diese »Krücke« Filme ansehen zu können. Hier gibt es bei fast allen Browsern ein Klick to Play PlugIn das den Film nur als Platzhalter anzeigt, und wenn man diesen anklickt der Film erst einmal versucht wird über HTML5 konforme Formate wiederzugeben. Wenn das immer noch nicht geht, dann wird halt der Flash-Film frei gegeben.

Warum der Aufwand? Flash ist regelmäßig von Sicherheitslücken betroffen und oft eine echte »Performance-Sau« (Stellen Sie sich einen Läufer vor, der eine Sträflingskette am Bein hat). Nicht ohne Grund hat Steve Jobs gesagt, das er Flash nicht mehr auf Apple Geräten haben möchte.

https://addons.mozilla.org/en-US/firefox/addon/flash-control/

 

6. Wer ist denn nun alles ein Tracker oder Werbenetzwerk?

Gute Frage es gibt hier sicherlich Hunderte wenn nicht gar Tausende, je nachdem wie man die Bewertungskriterien anlegt. Hier gibt es auch eine sehr gute Hilfe:

Ghostery https://www.ghostery.com/de/

Dieses Plugin gibt es für fast jeden gängigen Browser, es besteht aus einer sehr detaillierten Liste aller bekannten Tracking Server, die man dann erst einmal alle verbieten lassen kann. Mit einem Klick auf den kleinen Geist am Browserrand bekommt man dann schnell angezeigt, welcher Server was von uns will. So kann man sich schnell entscheiden, wer was von uns wissen darf oder nicht. Wenn in einem Forum die Kommentare über die externe Platform Discuss abgewickelt werden, will ich diese ja ggf. Auch angezeigt bekommen, so kann ich diese schnell temporär oder immer erlauben. Teilweise überschneiden sich diese Bereiche und Aufgabengebiete der verschiedenen Plugins aber eine bessere Lösung, die das alles abdeckt ist mir noch nicht unter gekommen.

 

6.1 Sich einen Überblick verschaffen: Lightbeam

Diese Plug-in bereitet das Tracking grafisch auf. Hier werden die Verbindungen der Werbenetzwerke aufgezeigt, die man besucht hat. Nach der Installation braucht das Plug-In einige Zeit in der mit dem Browser auch gesurft wird. Interessante Einblicke ergeben sich schon meist nach einer Stunde surfens, nach einer ganzen Woche ist das gezeichnete Bild schon irgendwie erschreckend.

 

7. und was ist mit der NSA, BND, Stasi, KGB und wie diese ganzen Vereine heißen?

Ja unser ganzer Internet Verkehr wird mitgeschnitten, irgend eine der vielen Stellen verkauft immer unsere Privatssphäre. Sei es nun der staatliche Provider oder ein Internetknotenpunkt, der unter der Komtrolle eines Staates steht. Die wissen sehr schnell, was sie sehen und was sie suchen. Diese Erkenntnisse werden zu Scoring-Points und kann einen unter Umständen auch auf einen »No-Fly-List« bringen.

Sie erfahren nicht warum sie auf der Liste sind und unter Umständen braucht es sogar einige Zeit, bis man erfährt, dass man auf so einer Blacklist ist.

Wenn Anwälte für einen internationalen Prozess recherchieren könnte ein Geheimdienst sehr leicht diese Daten abfangen und so versuchen herauszubekommen, wie der Dissident / Terrorist / Regimekritiker / investigative Journalist verteidigt werden soll.

 

8. Wie kann man seine Privatsphäre besser schützen? der TOR Browser

Über diesen Browser wird eine Internetseite nicht direkt aufgerufen. Die Anfrage geht wie ein Billiardkugel über diverse Banden (TOR Server) hin und her, bis der Inhalt der von Ihnen gewünschten Seite zurückgegeben wird. So weiß hinterher keiner mehr, auf welche Seite Sie gesurft sind. Leider ist das oft mit einer längeren Wartezeit verbunden. Oft wird die Nutzung dies TOR Browsers mit dem Totschlag-Argument »Kinderpronografie« zu verunglimpfen versucht. In vielen Ländern ist dies der einzige Weg unabhängig zu recherchieren. Für Dissident in vielen unterdrückenden Regiemen ist der TOR Browser die einzige Möglichkeit an Informationen aus dem Ausland zu gelangen.
Niemand hat ein Anrecht darauf Sie verdachtslos zu durchleuchten. Warum sollte irgendjemand außer Ihnen wissen, was sie ihrer Frau / Ihrem Mann kaufen wollen oder sich für gestrickte Unterwäsche begeistern? Des Weiteren hat die Polizei durch diese Maßnahmen nicht mehr Erfolge gegen Verbrecher und Terroristen. Die Erfolge werden wenn nur durch »gute, alte Polizeiarbeit« erreicht.

https://www.torproject.org

Laden Sie das TOR-Browser Bundle herunter, das enthält alles, was Sie brauchen. Es beinhaltet eine angepasste Version des Firefox mit NoScript und konfiguriert die nötigen Proxy-Kaskaden, einfacher geht es nicht. Leider muss man hier noch das noScript wir oben beschrieben konfigurieren. Der Grund ist, dass durch Skripte die Proxy-Kaskaden aufgehoben werden könnten und Sie so »Ihr Feigenblatt verliehen« würden ... Sie können natürlich auch alle oberen Punkte mit den Torbrowser durchlaufen.

So viel Input, aber auch wenn Sie nicht alle dieser Punkte umsetzen, erhöhen Sie enorm ihre Sicherheit im Netz und Werbung ärgert Sie nicht mehr so.

 

9. Das Surfen mit TOR ist mir zu langsam, gibt es da nicht einen Kompromiss?

Die EFF (Electronic Frontier Foundation) hat ein Browser Plug-in geschrieben, das für alle gängigen Browser angeboten wird. Es nennt sich »Privacy Badger«, es kann einfach installiert und genutzt werden.

https://www.eff.org/de/node/73969

Hier wird das Tracking eines Cookies aufgrund des »Verhaltens« geblockt oder zugelassen. Mit einem einfachen Klick auf ein Icon, kann man dann die Einstellungen für die Website oder einem Cookie anpassen.

 

10. Weiterführende Links und Literatur

 

11. Maßnahmen extreme für Sicherheitsfreaks

  • Tor Browser mit allen obern Maßnahmen verwenden
  • Den Header des Browsers bei jeder Verwendung auf einen anderen Browser setzen (z.B. IE, Safari, Chrome, Opera, etc.)

Eine Anmerkung sei hier aber gestattet, surfen bringt so keinen Spaß mehr. ;-)

Tor Browser verwenden zusätzlich den Header (sich als anderen Browser ausgeben) fälschen auch beim »normalen« Surfen plus die Oben eingestellten

 



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